Warum das Ansehen von ISO 27001-Zertifizierungen am Markt unbedingt wieder steigen muss

In einer zunehmend digitalisierten und vernetzten Welt sind Daten zu einem wertvollen Gut geworden. Unternehmen stehen vor der Herausforderung, ihre sensiblen Informationen zu schützen und das Vertrauen ihrer Kunden und Partner zu gewinnen. Eine Möglichkeit, dieses Vertrauen zu stärken, besteht in der Implementierung eines Informationssicherheitsmanagementsystems (ISMS) nach ISO 27001 und der Erlangung der entsprechenden Zertifizierung. In letzter Zeit ist jedoch das Ansehen von ISO 27001-Zertifizierungen am Markt gesunken. Aber warum ist das so? Und wieso sollte das Ansehen von ISO 27001-Zertifizierungen unbedingt wieder steigen?

  1. Vertrauensbildung und Glaubwürdigkeit:
    Die ISO 27001-Zertifizierung ist ein international anerkannter Standard für Informationssicherheit. Wenn Unternehmen dieses Zertifikat erwerben, signalisiert es ihren Kunden und Partnern, dass sie angemessene Sicherheitsmaßnahmen implementiert haben. Wenn jedoch die durchgeführten Prüfungshandlungen nicht anerkannten Qualitätsmaßstäben genügen und/oder durch Marktteilnehmer fehlerhafte Aussagen in Zertifikate hineininterpretiert werden, so schadet dies massiv der Glaubwürdigkeit der Zertifikate. Marktteilnehmer unterliegen in der Folge Fehlannahmen, was die Sicherheit ihrer Daten betrifft.
  2. Wettbewerbsvorteil:
    In einem globalen Markt, in dem Unternehmen um Kunden und Partner konkurrieren, kann eine ISO 27001-Zertifizierung ein entscheidender Wettbewerbsvorteil sein. Durch den zertifizierten Nachweis eines Informationssicherheitsmanagements können Unternehmen potenzielle Kunden und Partner überzeugen, dass sie eine entsprechende Methodik zur Wahrung eines angemessenen Informationssicherheitsniveaus implementiert haben. Hier offenbart sich dieselbe Herausforderung: Fehlannahmen seitens der Marktteilnehmer führen häufig zu Entscheidungen, die möglicherweise nicht getroffen würden, wenn die Entscheider sich der Aussagen eines ISO 27001 Zertifikats bewusst wären. Bestes Beispiel hierfür ist die weit verbreitete Fehlannahme, ein ISO 27001 zertifiziertes Unternehmen produziert per se sichere Produkte und Services. Das ist eben nicht unbedingt der Fall – das Zertifikat sagt “nur” aus, dass ein normkonformes Managementsystem in der Organisation vorhanden ist. Die Fehlannahme führt somit häufig zu Wettbewerbsverzerrungen.
  3. Risikominimierung:
    Ein effektives Informationssicherheitsmanagementsystem reduziert das Risiko von Datenschutzverletzungen, Datenlecks und negativen Konsequenzen durch Cyberangriffe. Durch die Implementierung der ISO 27001-Standards können Unternehmen ihre relevanten Daten und Geschäftsprozesse identifizieren, bewerten und angemessene Sicherheitskontrollen einführen. Wir dies nicht situationsgerecht durchgeführt und durch eine Zertifizierungsstelle bestätigt, entsteht wiederum ein trügerisches Gefühl von Sicherheit – die vielleicht gar nicht vorhanden ist.

Zusammenfassend soll die Wichtigkeit von ISO 27001-Zertifizierungen für Unternehmen und die gesamte Wirtschaft nicht unterschätzt werden. Häufig wird sie jedoch – insbesondere durch Fehlinterpretationen – überschätzt. Wir brauchen daher Aufklärung darüber, was ein ISO 27001 Zertifikat eigentlich genau aussagt. Und wir brauchen, so unsere Erfahrungen, vernünftige Prüfregeln, die nachvollziehbar für alle Marktteilnehmenden sind.

Unser Geschäftsführer Thomas ist mit seinem Praxisvortrag zum Thema “Warum das Ansehen von ISO 27001-Zertifizierungen am Markt unbedingt wieder steigen muss” im Herbst 2023 zu Gast bei verschiedenen Veranstaltungen und wird dort auf weitere Details eingehen.

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